Tiefere Kratzer / Rids schleifen oder polieren?

  • Hallo,

    ich packe es mal beim Thema Schleifen rein. Die anderen Themen beschäftigten sich eigentlich mehr mit dem Thema Orangenhaut schleifen, daher nicht so ganz passend,

    Der ein oder andere kennt es sicherlich, man bekommt ein Auto zum aufbereiten und neben den ganzen Swirls gibt es die bösen tieferen Kratzer oder auch Rids genannt.

    Besonders bei den sogenannten "Handwäschern" mit der Bürste aus der SB-Box, sind diese häufig anzutreffen. So auch bei meinem aktuellen Projekt, einem Z3 Coupe in Uni Schwarz.

    Ich bin nun grob mit der hälfte vom Wagen durch. Bisher sind mir ein paar tiefere Rids begegnet, an denen ich mal mehrfach poliert oder sogar gleich von Hand mit 3000er oder 2000er Nassschliff ran bin.

    Gestern am Dach wollte ich es dann wissen und hatte zwei Kandidaten die ähnlich ausgeprägt waren und habe dann mal auch die Zeit gestoppt. Weil mir auf der rechten Seite ein böser und sehr langer Kratzer an der C-Säule begegnen wird, habe ich den Test mal machen wollen.

    Nassschliff von Hand mit benutzter (ich glaub 3000er wars) Schleifblüte und dann mit PXE und LC Blau und Ex 05/05 hochpoliert - Finish wurde noch nicht gefahren

    gegen

    Flex PXE Rotativ mit LC MF 30mm Pad und Sonax Ultra Cut. Immer wieder Temperatur geprüft und auch mal zwischengekühlt, das mir da nix passiert und ebenfalls mit LC Blau und EX05/05 poliert.

    Zeittechnisch hat es eigentlich keinen Unterschied gemacht. Beide Kratzer waren (fast) nach etwa je 6-7 min draußen. Lackabtrag konnte ich kaum messen (100Euro Gerät von Steinberg)

    Nicht irritieren lassen, es sind zwei Aufnahmen mit Lackmessungen dabei, beide sind aber vorher. Nachher Bilder mit Messung gibt es nicht.





    Wie ist denn eure Vorgehensweise bei solchen Projekten? Oder allgemein?

    Bin mal gespannt wie ihr so rangeht.

  • Kann mich nur als Weekend-Warrior dazu melden. Devise ist immer "so wenig wie möglich, so viel wie nötig" - Klar, man kann da auch immer einfach direkt ran und schleifen und dann hochpolieren, für mich persönlich ist Schliff aber immer die letzte Option, wenn es auch die scharfen Waffen (MF Pad, stramme Cuttingpolitur) nicht zufriedenstellend regeln und genug Lack-Material da ist.

  • Da hast du recht ;)

    Aber auch wenn das ein richtiger A-Loch Rid ist, dann komme ich ja mit einem P3000 gleich schnell runter wie mit einem MF Pad auf Rota?

    Oder ich frag mal anders, schleifst du als gewerblicher einzelne Kratzer überhaupt? Oder gehst du die alle mit Polieren an?

    Kann man so pauschal vermutlich nicht sagen :/ Aber vielleicht hast du da paar Beispiele aus deiner Erfahrung heraus.

    Hätte ich allerdings nur eine Exzenter, wäre ich mit dem Schleifen wohl schneller. Rotativ auf MF-Pad geht da schon ordentlich was voran.

  • Ich gehe sowas immer im zweiten Schritt isoliert an. Heisst, erstmal Fläche polieren und dann checken was übrig ist, dann den RIDS gezielt bearbeiten. Je nach Lack entweder rotativ mit Fell/Wolle oder eben mit MF auf der Exzenter.

    Final abwägen ob man versucht das Ding komplett raus zu bolzen oder eben soweit die Kanten zu brechen, dass er eben nicht mehr auffällt.

    Schleifen tue ich sowas in den seltensten Fällen.

  • Komme gerade aus der Garage. Hab ein paar Bilder von dem Ding gemacht

    Mal sehen wie gut er dann final raus geht. aktuell häng ich Dachholm .. da sind auch einige tiefe Dinger drin. denen bin ich nun mit MF Rotativ an Kragen gegangen.

    Die Frage, ob das am Ende Zeit spart hab ich mir selber ja beantwortet. 😁

  • Genau so gehst am besten vor, manchmal erübrigt sich der Schliff weil die Teile oft vorher schlimmer aussehen als sie sind.

    Wenn der cut nix bringt wird gemessen und geschliffen

    Geht was kaputt pfeift der Fuchs!

  • Um umliegende Bereiche zu schonen und etwas mehr "Würze" reinzubringen kannst du so einen Kracher auch mal auf der Kante anfahren. Funzt auch des öfteren. Aber da ist natürlich etwas Vorsicht geboten.

    Do it with passion - or not at all !

  • Das ist doch n Klassiker für dynared auf MF pad mit finalen druck

    Da hab ich mir heute dein Video zu angeschaut 😁

    Schätze das ich Freitag wieder n Stündchen oder zwei ran kann, da mach ich dann erstmal noch das aktuelle Bauteil fertig.

    Bilder sind vorher Bilder. Aktuell schon fast „clean“.

    Da sieht man denk ich die tieferen Dinger auch ganz gut. Sind halt einige von denen.

  • Wenn ich von vornherein sehe das es wirklich fiese Dinger sind und ich mit dem Fingernagel dran hängen bleibe (das ist mein Test für tief oder nicht), dann schleife ich vorher. Wenn es nur tief aussieht und ich nicht mit dem Fingernagel hängen bleibe, versuche ich erst mit polieren und gucke was raus kommt. Meistens geht's dann schon mit polieren.

    Mal zwei Beispiele (am selben Auto).

    Kleiner Rundgang nach dem Waschen, draußen. Beurteilung was geschliffen wird und was nicht.

    Das würde ich erstmal polieren. Das meiste verschwindet sicher.

    Das ist einer der nicht perfekt wird. Der kriegt nen Schliff und wird poliert und dann kommt raus was raus kommt. Kein 2.ter, 3.ter Versuch. Das sind dann die Aktionen wo du durchpolierst.