Tipp: Glossmeter für Arme

  • Dow, der große Zulieferer für Autochemie-Grundstoffe, hat einen Kunden-Ratgeber rausgegeben, in dem erklärt wird: Welche Chemie-Bausteine sollte ich wählen, um zum Beispiel Einfluss zu nehmen auf Glanz? Das Ergebnis kann man natürlich mit einem Glossmeter messen.

    Dow schlägt jedoch vor:

    4.2.3 Gloss and color

    These properties are a function of several factors of a formulation as well as the conditions and surface where it is applied. Gloss can be measured by reflectance properties and clarity of image, while color is assessed from such factors as hue, lightness and saturation.

    “Clarity of image” is how well the finish shows details of the reflected image. A common way to assess clarity is to hold a ruler or printed page perpendicular to the surface of the paint and observe the reflected markings and letters on the paint.

    Hatte Millimeter-Papier-PDF aus dem Netz geholt, vom Drucker auf A5 verkleinern lassen und ein Stück davon auf eine Streichholzschachtel geklebt.

    Schwarzes Glas:

    Klavierlack:

    Zerkratzer Lack (der Zollstock ist im Foto, weil ich nicht sicher war, ob fehlende Schärfentiefe das Ergebnis beeinflusste):

    Man benötigt in der Regel Zusatzlicht. Handy-Taschenlampe ist grenzwertig. Will man fotografieren, erleichtert das eine Stirnlampe.

    Den gesamten Kunden-Ratgeber in aktueller Form kann man bei Dow downloaden:

    https://www.dow.com/en-us/market/mkt-mobility/sub-mobility-interior-exterior-safety/app-mobility-ies-auto-care.html

  • Normale leute nehmen ihr auge. Wenn ihr n Stück Papier braucht un zu erkennen ob eine Spiegelung sauber ist oder nicht dann ist euch auch nicht mehr zu helfen.

    Ja, ist next step. Darum soll das Papier nicht weiß, sondern bedruckt sein. So kann das Auge Abweichungen besser erkennen.

  • Weil ich gerade mit Filler-Wachsen experimentiere:

    Vorher:

    Nach Wachs-Auftrag:

    Glanz mit dem bloßem Auge kontrollieren - am Arsch die Räuber.

    Selbst mit Hilfsmitteln ist ein Sprung von 8,6 GU nur schwer auszumachen. Klavierlack hatte ich nachträglich gemessen: Roh 86,1 GU, was auch nicht die Welt ist.

  • Ich finde, jeder kann ja ruhig selbst seine Methode wählen. Daher finde ich das ok. ;)

    Obwohl ich mir natürlich nicht ganz sicher bin, ob Millimeterpapier (gerade die Farbe da drauf) am Ende nicht doch schädlich für Wasserorganismen ist. :/

  • Ich würde den Lack lieber polieren statt "zuschmieren" und "Glanz" suchen.;)

    Mit der 1-Step bin ich ja bereits im Hochglanz-Bereich. Geht nur darum, ob ich mir die Abschlussrunde mit einer Ultra-Fine-Cut samt Reinigung schenken kann und stattdessen einfach ein Filler-Wachs nehme.

    Ich weiß aber noch nicht, ob ich mir so neue Probleme aufhalse. Die Lösemittel in den Versiegelungen sollen für eine ebenmäßige Schutz- und Glanzschicht sorgen. "Zugeschmiert" wird also immer. Wenn auch im unterschiedlichen Umfang.

    Ebenmäßige Schutz- und Glanzschicht stellt sich auch nicht von allein ein. Beim Abtrag wird nivelliert. Zu früh, und es schmiert. Durchgehärtetes widersetzt sich.

    Dann misst Du auf der einen Stelle 91 und 10 Zentimeter weiter 86 GU. Wird keiner mit dem bloßen Auge sehen. Glücklich macht es aber auch nicht.

    Wie dem auch sei. Im Glossmeter-Koffer ist noch Platz für die Streichholzschachtel.

  • Die Lösemittel in den Versiegelungen sollen für eine ebenmäßige Schutz- und Glanzschicht sorgen. "Zugeschmiert" wird also immer. Wenn auch im unterschiedlichen Umfang.

    Das würde ich an deiner Stelle nicht machen. Durch z.B. Toxizität oder Bioakkumulation sind viele Lösemittel schädlich für Wasserorganismen!