Klingt doch gut: Ein Wachs, das toten Lack abträgt, schwache Kratzer auffüllt und auch noch schützt.
Das Unternehmen: Formula 1 ist Made in USA, nach eigenen Angaben seit 1989 am Markt und ganz eng mit der Chemiebude Northern Labs verbunden. Exportiert werde in 75 Länder. 18,80 Euro inklusive Versand für 230 Gramm aus der deutschen Bucht. Geht mitunter günstiger.
Das Formula 1 Paste Wax fällt in die bei uns seltene Kategorie der sogenannten Cleaner Wachse.
Inhaltsstoffe: Enthalten sind 2-12 Prozent Kaolin. Kaolin selbst besteht zu rund 30 Prozent aus Aluminiumoxid, wie es in vielen Polituren verwendet wird. Kaolin ist außerdem klassischer Füllstoff. Ebenso wie Carnauba, das in unbekannter Menge enthalten ist. Etwas Paraffinwachs ist auch drin. Ebenso 2-12 Prozent vom Silikonöl Polydimethylsiloxane. Im Grunde also ein Hybridwachs, das abrasiv, füllend und zusätzlich versiegelnd sein soll. Lösemittel ist Petroleum. Handschuhe und Brille solle man tragen. Handschuhe auf jeden Fall.
Konsistenz ist Nivea-Creme ähnlich. Super-Super-Soft. Als Geruch wird im Sicherheitsdatenblatt „Mild Soap Smell“ angekündigt. Tatsächlich: Chemie in der Geruchsnote entsetzlich.
Testobjekt war ein Ford Mondeo Turnier aus 2002 in Schwarz-Metallic. Lack voller Swirls. Zuletzt sieben Monate Standuhr unter freiem Himmel. Weil der für 2K weg soll, gab es nur zwei Runden Felgenreiniger, Moos-Befreiung, Vorwäsche, Handwäsche. Plus Formula 1. Temperatur 13,6 Grad. Relative Feuchte 41 Prozent.
Auftrag: Nicht auf heißen Lack und nicht auf unlackierten Kunstststoff. Weil es abrasiv ist, braucht man Druck. Verbrauch ist für ein Wachs sehr hoch. Einfach die Poliermaschine auflegen und verteilen, klappt nicht. Wenn, dann mit hartem oder mittel-hartem Pad. Wenn das Pad zu warm wird, fängt das Formula 1 an zu spritzen. Einen Unterschied zwischen Hand- und Maschinen-Auftrag konnte ich weder sehen noch messen.
Abtrag: Fingertest zeigt den Abnahme-Zeitpunkt an. 10 Minuten sollte man dem Formula 1 immer geben. 30 Minuten geht aber auch problemlos. Wie Staubwischen. Vorausgesetzt: Es ist wirklich gleichmäßig verteilt. Werden sichtbare Überstände zu früh abgetragen, gibt es Wolken und Hologramme. Es war nicht durchgehärtet. Neuerliche Auftrag beseitigt das spurlos.
Standzeit: Formula-1-USA gibt keine Standzeit an. Formula-1-Indien verspricht 6 Monate. Auf der Dose hieß es bis zu 12 Monaten. Lapidar hieß es in einem Kommentar: "Alle 4 Wochen drauf und gut."
Beading: Kein Test.
Lackglätte: Wachs-Durchschnitt
Look: Eingebrannter Vogelkot bleibt sichtbar. Großteil der Swirls war verschwunden. Die Bäume wachsen aber nicht in den Himmel. Glanz stieg von 40 bis 50 GP (nach der Wäsche) auf am Ende maximal 82 GP. Viel mehr wird auch nicht zu holen sein. Die Reste der Politur und des toten Lacks bleiben auf dem Lack. Auf dem Dach, wo meine Arme zu kurz waren und per Poliermaschine ohne Druck verteilt wurde, waren es um 60 bis 65. Bei 75 beginnt Hochglanz. Reichte aber, um überall wieder zu sehen, dass es Metallic-Lack ist. Man sah wieder Flakes.
Außergewöhnlich ist die Farbveränderung: 1,38. Der höchste jemals von mir gemessene Wert.
Für wen: Für die, die ganz schnell Resultate sehen wollen. Obwohl der Turnier eine Riesen-Bude ist, war ich mit Auf- und Abtrag nach 70 Minuten durch. Eventuell für Metallic-Felgen. Leasing-Rückläufer. Eins der letzten Mittel, bevor man eine Poliermaschine kauft.